Philosophie

Ausbildung

Tätigkeit


„Am häufigsten ist es die Einsamkeit, die Trauer und Trauern verstetigt. Bleiben Menschen in ihrem Abschiedsschmerz allein, kreist das Gefühl in ihnen, als fände es keinen Ausweg. Nur wenn Trauer geteilt wird, kann sich der Prozess des Loslassens weiterentwickeln. Damit sie geteilt werden kann, muss sie mitgeteilt werden. Oft verhindert Angst, nicht gehört zu werden und kein Echo zu erhalten, diesen Schritt. Nur wenn die Trauer mitgeteilt wird, kann sie Resonanz finden. Mitteilung als solche reicht nicht; auch diese kann sich endlos in immer gleichen Aussagen wiederholen und unterscheidet sich in ihrer Wirkung nach innen und außen nicht wesentlich vom Schweigen. Die Einsamkeit, das Gefühl, dass ich die Trauer bis in alle Ewigkeit hinein verlängert, hebt sich nur dann auf, wenn der trauernde Mensch andere Menschen findet, die mit ihm schwingen, wenn Trauer und Mitgefühl hin- und herschwingen, widerhallen, ‚resonare‘.“

[Udo Baer/Gabriele Frick-Baer, Vom Trauern und Loslassen, S. 90, Beltz Verlag, Weinheim, 2008]