Gedanken zum 2. Advent

Auf einer sehr netten, internen Veranstaltung der LG SWM sprach diese Woche Prof. Wessinghage und prägte den schönen Satz, dass er es lieben würde direkt an den Bergen zu wohnen. Er laufe los und je höher er käme, desto schlanker und vor allem freundlicher sind die dort noch anzutreffenden Menschen. – Warum ist das so? Warum ist man dort tendenziell freundlicher? … man ist entspannter. Die Enge der Großstadt ist Stress, im Job ist Stress, im Straßenverkehr ist Stress, in der Freizeit ist Stress, mit dem Smartphone unterbewusst erzeugter Stress, mit eigenen Ansprüchen erzeugter Stress, abends oder morgens noch unbedingt laufen müssen, noch unbedingt ins Gym müssen und die Adventzeit und die Weihnachtsfeiertage … naja, lassen wir das.

Das dann im menschlichen Stoffwechsel verursachte Ungleichgewicht durch Stress kann letztendlich nur durch Bewegung wieder hergestellt werden. Hier ist aber kein unter Stress heruntergespultes Intervalltraining im Laufen gemeint, sondern ein den Gedanken freien Lauf lassender Dauerlauf oder entspanntes Radfahren oder im Becken Bahnen ziehen. … und warum sind wir derart auf Selbstoptimierung nach außen aus, immer gut aussehen, immer durchtrainiert, wir investieren viel Zeit in Körperpflege unseres “Außen” – tägliches Duschen, Zähneputzen, Frisur, stylepassende Klamotten, Diäten beim Essen, Muskeln sollen defniert sein, usw. … und das Innere? Sprich Muskelpflege, Beweglichkeitstraining oder die Pflege des seelischen Zustandes – die müssen alles einfach so aushalten. Keine Zeit, kein Bewusstsein.

spielende KinderAchtsamkeit dem eigenen Körper gegenüber ist es dagegen, sich eine halbe Stunde pro Tag für sich selber Zeit nehmen – machen was man selber möchte, keine Erwartungserfüllung anderen gegenüber, es ist niemand anderes in der Nähe, Smartphone aus – einfach Zeitvertreiben. Dazu 10 min pro Tag an der Beweglichkeit arbeiten, eine kurze, tägliche Einheit zu Hause, so intensiv wie der Körper es eben dann gerade zulässt, kein Druck. Eine gute Möglichkeit ist hier Yoga (nicht Kraft, Action oder Meditation orientiert). Die Grundlage des Yoga, den Sonnengruß oder worauf zu achten ist, ist am besten in einem örtlichen Studio zu erlernen, ein Jahr und dann kann man auch mal mit einer guten App egal wo runterkommen, zu sich selber kommen und entspannen. Merken, was im Körper steckt – was er mag, was er nicht mag.

Beweglichkeit zurückerlangen für den Alltag, für Krafttraining oder das Lauftraining.

Sich wieder selber spüren.